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Projekt: Regenbogen - Die Restauratorin

Die Restauratorin (Atelierbesuch von SchülerInnen der 7.Klassen bei Erika Thümmel)

Wir, BE-SchülerInnen der 7.Klassen, besuchten am 15. 03. 2006 das Atelier von Dipl. Restauratorin Erika Thümmel. Dort erhielten wir eine Einführung in die verschiedenen Arbeitsbereiche einer Gemälderestauratorin.

Probleme mit denen ein Restaurator kämpfen muss:
z.B. ein altes Gemälde, das nicht aufgespannt war: Das besprochene Gemälde, ein Männerportrait aus Bad Radkersburg, ist verstaubt in einer Schublade gefunden worden, nicht aufgespannt und gefaltet. Eine Leinwand hält keine Veränderung der Luftfeuchtigkeit aus. Die Farbe bekommt dadurch Risse (instabil). Der Restaurator muss die Farbe wieder festigen. Er versucht sie mit einem Kleber zu retten. Wenn er einen Kleber verwendet, kommt der so genannte Vakuumtisch zur Verwendung. Dieser hat kleine Löcher, um ein Vakuum zu erzeugen. Eine Aluminiumplatte erwärmt sich gleichmäßig auf bis zu 80°C, damit der Kleber gleichmäßig trocknen kann. Als nächstes muss der Restaurator eine Randdublierung vornehmen, d.h. ein neuer Leinwandstreifen wird auf der Rückseite des Bildes aufgeklebt, damit er es auf einen Rahmen aufspannen kann. Die Leinwandstreifen sind innen gefranst, damit sie auf der Vorderseite keinen Abdruck hinterlassen (10-12 mm). Dann muss er die Oberfläche reinigen. Die Reinigung erfolgt mittels Spezialseife (Tenside). Das Bild darf dabei aber nicht zu nass sein, sonst saugt die Leinwand die Feuchtigkeit auf. Mit destilliertem Wasser wird nachgereinigt. Mit Hilfe eines Lösungsmittels kann man jedoch auch den Firnis entfernen und auch ältere Übermalungen. Früher verwendete man dafür Urin, Zwiebel, Pottasche, Waschmittel,… Als nächsten Schritt muss man die Fehlstellen mit Hilfe der Retusche verkitten, um das Gesamtbild wieder herzustellen.

Die Reinigung bei einem Bild beträgt im günstigsten Fall 3-6 Stunden. Die Dauer der Firnisabnahme ist sehr unterschiedlich: Bestenfalls beträgt diese 2-3 Stunden, kann aber auch 30 Stunden dauern.

 

 

Ein Restaurator muss immer einen Zustandsbericht machen, damit die Restauratoren nach ihm über alles genau Bescheid wissen.

Restauratoren denken in Jahrhunderten: Sie müssen Materialien verwenden, die länger halten. Pflicht eines Restaurators ist: Sein Beitrag darf die Alterung des Bildes nicht beeinflussen oder beschleunigen!

Der Restaurator verwendet bewusst nicht die gleichen Farben, da die Farben nach und nach ihren Ton verlieren. Die unterschiedliche Löslichkeit der Farbe ist ebenfalls sehr wichtig. Es werden z.B. Harzölfarben (mit Harzen gebunden) verwendet. Die Farben müssen immer eine Spur heller sein, denn wenn diese trocknen, werden sie dunkler. Die Retuschen beginnen sonst herauszuwachsen, jede Retusche altert anders. Die Ölfarben ändern sich durch das Nachdunkeln des Leinöls.
Um 1900 geschaffene Werke sind oft besonders empfindlich. Denn zu dieser Zeit gab es oftmals keine Verwendung qualitätsvoller Farben (Pigmente, Öl).

Bilder, die starker Beleuchtung ausgesetzt werden, weisen starke Lichtschäden auf (verblassen allmählich). Das UV-Licht ist besonders aggressiv. Ein Restaurator arbeitet mit Tageslicht bzw. mit Spezialscheinwerfern.


 

Daniela Gruber, 7.c