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Wienexkursion 2004

Peter Paul Rubens & collected views from east or west

Am 24.11.2004 fuhr ich mit meiner Klasse, der 7c, in Begleitung von Frau Mag. Schmölzer und Frau Mag. Gschiel - Lampert auf Exkursion nach Wien. Wir besuchten dort die Peter Paul Rubens-Ausstellung in der Albertina und anschließend die Generali Foundation mit der Ausstellung Collected views from east or west.

Kurz vor 11:00 Uhr erreichten wir Wien nach einer ca. 2 ½ stündigen Busfahrt. Um kurz nach 11:00 Uhr begann die reservierte Führung durch die Ausstellungsräume der Albertina. Während der Führung durften wir eine Reihe der Werke von Peter Paul Rubens (1577 - 1640), einem der bedeutendsten Künstler des Barock, bewundern, wie z.B. „Daniel in der Löwengrube“.

Nach dieser Führung lässt sich die Arbeitsweise des Niederländers besonders eindrücklich nachvollziehen, da in der Albertina nicht nur Rubens’ vollendete Werke ausgestellt wurden, sondern auch viele der einzelnen Ölskizzen, die am Ende meist zu einem großen Werk zusammengefasst wurden. Rubens arbeitete mit detaillierten Vorstudien und Skizzen und man bekam einen Eindruck darüber, wie gut durchdacht jedes seiner Gemälde war.

Rubens verwendete keine grellen Farben, in meinen Augen schien er nur Besonderheiten in den verschiedenen Gemälden mit Kontrasten hervorzuheben. So zum Beispiel die helle, beinahe strahlende Haut des Daniels in der Löwengrube oder das rote Gewand, das neben ihm liegt. Sehr deutlich sind in diesem beeindruckenden Werk auch Stimmungen anhand der Gesichtszüge abzulesen, was besonders an den menschlich wirkenden Gesichtern der Löwen deutlich wird.

Außerdem zu finden in der Albertina war Peter Paul Rubens wichtigstes Spätwerk „Der Liebesgarten“. Dieses Werk widmet sich ausschließlich dem Thema Liebe und beschreibt ihre verschiedenen Formen.

Viel Liebe steckt auch in Rubens’ Portraits seiner Kinder und Ehefrauen. Bilder, die mit der 3-Kreide-Technik gezeichnet waren, wie z.B. die von Rubens Kindern, wirkten auf mich sehr zart und umschmeichelnd, passend zu den kleinen, zarten Kindergesichtern. Besonders schön zu erkennen war dies anhand des Portraits von Rubens’ Sohn Nicolaas mit Korallenschnur und seiner Tochter, mit dem Bild: Ehrendame der Infantin Isabella.

Neben wenigen Selbstportraits schuf Rubens auch viele Portraits seiner ersten Frau Isabella Brant, und nach deren Tod Gemälde seiner zweiten Frau Hélène Fourment. Dass sich Rubens’ Emotionen und Gefühle auf seine Arbeit niederschlugen, konnte man besonders gut an den tristen Landschaftsmalereien erkennen, die er in den Jahren nach dem plötzlichen Tod seiner ersten Frau schuf und welche ebenfalls in der Albertina präsentiert wurden.

Über 160 Werke von Peter Paul Rubens wurden in der Albertina ausgestellt, erläutert und interpretiert. Insgesamt war es eine beeindruckende Ausstellung, und die Informationen durch die Ausstellungsführerin sowie die schriftlichen Erörterungen neben den jeweiligen Gemälden ließen keine Fragen offen.

Nach einer 1 ½ stündigen Pause besuchten wir anschließend die Generali Foundation mit der Collected views from east or west- Ausstellung. In dieser wurde hauptsächlich die parallele Entwicklung von West und Ost in bildnerischen Kunstströmungen widergespiegelt und sie ließ deutlich erkennen, dass die Kunst in den Ostblockländern nicht unbeteiligt an der internationalen Kunstentwicklung war. Fotografien, Filme, Objekte und Installationen wurden zur Schau gestellt, u.a. Werke von Jaroslaw Kozlowski (Metaphysik), Andrea Fraser (Kunst muss hängen), Andreja Kulunčić und Marina Abramović, ausschließlich aus den 60er- und 70er-Jahren. Auffällig war, dass viele Werke politisch „belastet“ waren und sich vorwiegend mit gesellschaftlichen und sozialen, aber auch mit „absurden“ bzw. nicht alltäglichen Themen beschäftigten. Verblüffend waren außerdem die Parallelitäten der Kunstwerke zwischen vorwiegend unbekannten, osteuropäischen Künstlern und westlichen Künstlern wie Adrian Piper, was wiederum den definitiv vorhandenen Einfluss des Ostblocks auf den Werdegang der modernen Kunst bestätigt. Und das weit vor der Integration des Ostblocks in die Europäische Union.

Nach diesen vielen informativen Stunden im Bereich der Kunst verließen wir Wien gegen 16:00 Uhr und erreichten Graz um ca. 18:15 Uhr.


 

Phan, Alexandra
Dieselbe Exkursion unternahmen auch die BE- SchülerInnen der 6b, 6c, 6d am 17. 11. 2004 in Begleitung von Mag. Baumung, Mag. Eustacchio u. Mag. Gschiel - Lampert.